TUTORIALS  -  GEBÄUDEALTERUNG Teil 1 - Seite 1                                                                                                                               Home


 

Alterung/Verwitterung von Gebäudemodellen und Kunstbauten

 

Zur Alterung der Gebäudebausätze verwende ich ausschließlich matte Farben - der Marken Revell, Humbrol und Italeri-Modellmasters. 

 

 

Manchmal (z.B. für Kunstbauten wie Tunnelportale, oder Arkadenmauern) auch Plakafarben, oder Abtönfarben aus dem Baumarkt.


... und so geht's

Mit Malerkrepp fixierte Bausatzteile
Mit Malerkrepp fixierte Bausatzteile

Die Methoden der Alterung von fertigen Bausätzen und Bausatzteilen - die noch am Anguss hängen - unterscheiden sich kaum. Allerdings altere ich grundsätzlich alle Bausätze vor dem Zusammenbau, da dies viel einfacher und rationeller geht. So besteht kein Risiko z.B. die Fenster-Einsätze zu versauen, oder in engen Winkeln und Ecken Probleme zu bekommen.

 

Also, ich mische mir aus den vorhandenen Farbtönen diverse "Schmutzfarben" z.B. einen bräunlich-schmutzigen Ton, ein helles bis mittleres Grau (z.B. für Ziegel-Mauerwerks-Fugen), einen Rostton, verschiedene Grautöne, Ruß usw.

 

Zuerst befestige ich die zu bearbeitendem Spritzgussteile (Spritzlinge am Gussbaum) mit etwas Kreppklebeband (Malerband) auf meinem Arbeitstisch (alter Karton als Unterlage). ... das Befestigen ist natürlich nur für mich zwingend erforderlich, da ich ja nur einarmig arbeiten kann.

 Dann bestreiche ich die jeweiligen Bausatzteile - mit einem weichen Pinsel, vollflächig - mit leicht verdünnter (z.B. grau/brauner) "Schmutzfarbe".

 

Danach wische ich die Farbe - noch vor dem Antrocknen - mit einem nicht fusselnden Leinentüchlein, das ich leicht mit Feuerzeugbenzin getränkt habe, wieder ab, so dass die Farbe überwiegend - nur in Vertiefungen, Fugen und Ritzen haften bleibt.

 

Gleichzeitig wird durch diese Behandlung  der unnatürliche Glanz der Kunststoffteile gebrochen.


Das Granieren

Im nächsten Schritt (nach dem Trocknen) wende ich die "Dry-Brush" (trockener Pinsel), oder auch "Granieren" genannte Technik an.

 

Soll heißen: man benutzt einen mittelharten Borstenpinsel, nimmt etwas hellgraue, bis taubengraue Farbe auf  (reines Weiß würde ich auf gar keinen Fall empfehlen) und streicht den Pinsel auf einem Stück Karton, oder Holz, solange aus, bis fast gar keine Farbe mehr abgegeben wird ...

 

Genau genommen müsste man sogar den Grundton des zu behandelnden Objektes  (also z.B. den Grundton von Mauerwerk Holz, oder Ziegeln) verwenden und diesen dann sehr stark aufhellen.

Es reicht aber i.d.R. vollkommen aus Weiß mit ein paar Tröpfchen Schwarz abzutönen und noch z.B. ganz wenig Gelb, Braun, Rot, oder Orange beizumischen (einen warmen Farbton eben).

Dadurch wird das Grau etwas gebrochen und der Farbton nicht zu "kalt". 

 

... mit diesem also nahezu farbleeren Pinsel (deshalb Drybrush!) streicht man dann - vorsichtig, mit Gefühl - von oben nach unten über die Bausatzteile.

 

Die helle Farbe bleibt so nur an erhabenen Flächen und vorstehenden Kanten haften. Dadurch setzt man "Spitzenlichter" und Reflexe, die den natürlichen Licht/Sonnen-Reflexen und witterungs-bedingten Ausbleichungen in der Realität sehr nahe kommen. 

 

Für Gebäude und Fahrzeuge verwende ich dabei nahezu ausschließlich die bekannten Modellbau-Email-Farben (Revel, Humbrol, ect.), während ich Gips-Felsen und Kunstbauten aus Heki-Dur eher mit Plaka-, oder Abtönfarben graniere.

Grundsätzlich sollten zum Altern und Granieren natürlich nur matte Farben benutzt werden. 

Dabei bitte die Email-Farben sehr gründlich aufrühren, da sie sonst nicht wirklich matt auftrocknen. Am besten mit unverdünnter, oder bestenfalls leicht verdünnter Farbe granieren.

 

Dieses Granieren hat einen nicht unerheblichen Anteil am realistischen, vorbildnahen Aussehen der Gebäude (Felsen).

 

Man sollte übrigens stets von oben nach unten granieren. Ein von unten nach oben graniertes Mauerwerk, oder eine so behandelte Felsstruktur sieht irgendwie seltsam aus ... :-)

 

Ich empfehle zudem den Pinsel wirklich sehr gründlich auszustreichen und lieber mit extrem wenig Restfarbe mehrfach über-zu-granieren, als mit zu viel Farbe das Modell zu "verschmieren".

 

Weniger ist mehr gilt auch hier - wie so oft ... ;-)

Kleiner "Trick" am Rande:

Will man ganz besonders matte Farben haben (bei Email-Farbe) rührt man die Farbe im Döschen gar nicht um, sondern holt mit einem kleinen Dosier-Löffelchen vom Dosenboden die reinen Pigmente (also ohne Lösungsmittel) hoch und verdünnt diese dann etwas mit handelsüblichem Feuerzeugbenzin.

 

Dadurch bekommt man absolut matte Farbe mit keinerlei Glanz! ;-)