LINKS & MEHR  -  DER UNFALL  -  DIE FOLGEN                                                                                                                                     Home


Die Folgen

Kurze Zusammenfassung der Unfallfolgen:

 

Motorradunfall am 01.10. 1986

  • Aufnahme in die Rehabilitationsklinik für Rückenmarksverletzte - Hohe Warte Bayreuth
  • Patient wurde auf Nothilfe intubiert, sediert, relaxiert und kontrolliert beatmet.
  • Wegen Beatmungsproblemen wird Herr Rüger ins Klinikum Bayreuth verlegt und dort eine Thorokotomie links durchgeführt. Es wird eine Totalatelektase sowie ein Hämatothorax rechts beschrieben.   
  • Zum 13. 10. 1986 erfolgte eine Tracheotomie. Die Entwöhnung von der Beatmungsmaschine war protrahiert. 
  • Zum 27. 10. 1986 wurde die Trachealkanüle entfernt.
  • Weitere Verletzungen: - Distaler  Speichenbruch (Radiusfraktur) - Mandibulafraktur - Wegen der Verdrahtung des Kiefers kann Herr Rüger nur flüssige Kost aufnehmen. - Linksseitige Thorakotomienarbe - Anisokorie (Seitendifferenz der Pupillenweite) - Im Bereich der oberen Gliedmaße rechts keinerlei motorische Innervation nachweisbar. - Keinerlei Eigenreflexe rechts - Teilempfinden in den Dermatomen C4 und C5 - Empfindungsverlust in den Dermatomen C6, C7, und C8 rechts - In den unteren Gliedmaßen Reflexabschwächung rechts gegenüber links. - Myelographie mit Füllung der Wurzeltaschen C7 und C8 rechts. - Elektromyographisch ausschließlich Denervierungstätigkeit im Musculus deltoideus und im Musculus abductor pollicis brevis. - Starke Phantomschmerzen im rechten Arm.
  • Verordnung von Tegretal-Saft, Tegretal-Tabletten und Neuroeleptika, mit nur mäßigem Erfolg.
  • Verdrahtung des Kiefers wird gelöst.
  • Vorläufige Entlassung aus der stationären Behandlung. 
  • Weiterhin bestehende Beschwerden: Heftige Schmerzattacken im rechten Arm alle 5 bis 30 Minuten - leichterer bis mittlerer Dauerschmerz (Brennschmerz) - Lähmung und Empfindungsverlust im Bereich der oberen Gliedmaße rechts - vermehrtes Schwitzen - erhebliche Gibbusbildung der Wirbelsäule in Höhe der knöchernen Verletzung des 9. Brustwirbelkörpers - Leichte bis mittlere Kopfschmerzen und Schwindelerscheinungen. 
  • Stationäre Behandlung im Schmerz-Zentrum Mainz vom 28. 10. 1987 bis 12. 11. 1987.
  • Therapien: Anpassung einer Orthese - schmerzdistanzierende Medikamente - Blockaden mit Lokalanästhetikum - Wärmepackungen - Stangerbad - Kneipp’sche Güsse - lokale Eisabreibungen - transkutane Nervenstimulation (TENS) - Biofeedback - Hypnose - Autogenes Training - Gruppen/Einzel-Therapie.  
  • Sämtliche Therapien waren erfolglos, oder kontraproduktiv. 
  • Am 07. 01. 1988 - Untersuchung durch Professor Dr. Walcher: Schädel-Hirntrauma mit Hirnödem - Armplexuslähmung rechts - distaler Speichenbruch rechts - Quetschung der rechten Halsseite - BWK-9-Fraktur - Hämatothorax rechts - Totalatelektase des linken Lungenflügels - Ausriss der 1. und 2. Rippe rechts - komplette rechtsseitige Armplexuslähmung mit Nervenwurzelausriss C7 und C8 sowie Plexusschädigung C5 und C6 - heftiges Schmerzsyndrom im rechten Arm - andauernde starke Schmerzen, besonders im Handrücken und im Fingerbereich mit Ausstrahlung in den Unterarm.
  • Weitere Therapie (bis heute) 8 bis 12 mal täglich 20-40 Tropfen (je nach Bedarf) Valoron/Tilidin - N. Akupunktur - Biofeedback. 
  • Weitere Verletzungsfolgen: Massive Verschmächtigung der Muskulatur (rechte obere Gliedmaße) - Beugefehlstellung der Finger der rechten Hand - seitendifferente Schweißneigung - passive Bewegungsausmaße im rechten Schultergelenk stark eingeschränkt - Fehlstellung der Wirbelsäule (Skoliose) - Merkfähigkeitsstörungen - eingeschränkte Mimik - keinerlei Aktionspotential im Musculus biceps brachii, Musculus trizeps brachii, Musculus interosseus dorsalis I. und Musculus flexor digitorum sublimis. 
  • In den folgenden Jahren (bis heute) wurden bei Herrn R. verschiedenste ambulante- und auch stationäre Behandlungsversuche zur Schmerzreduktion durchgeführt. Eine wesentliche Änderung des Beschwerdebildes wurde jedoch nicht erreicht.
  • Weitere durchgeführte Therapien: Psychometrische Tests - Infusionstherapie mit Antidepressiva - Antidepressiva in Tablettenform - Autogenes Training - EMG Biofeedback - Jacobson’sche Muskelrelaxationsverfahren - Adjuvante physikalische Therapie - Wärme-Kyra-Behandlung - Elektrotherapie und gezielte Anwendung von therapeutischen Lokalanästhesieverfahren.
  • Abschließend muss festgehalten werden, dass aufgrund des langjährigen organisch bedingten Schmerzsyndroms bei Herrn R. keine Therapiemethode angeboten werden kann, die einen voraussagbaren günstigen Effekt auf das Schmerzsyndrom von Herrn R. haben würde.

Der Plexusausriss hat eine komplette Armlähmung mit einem starken, chronischen u. therapieresistenten Schmerzsyndrom (Phantomschmerzen) bedingt. 

Die Schmerzen sind ständig vorhanden und bestimmen primär meinen Alltag.

Dieses erfordert einen hohen Medikamentenkonsum und ist für mich deutlich mehr belastend als die körperliche Behinderung an sich. 

 

Auch mit der Wirbelsäule habe ich so meine Problemchen (Bandscheibenvorfall, Lendenwirbelsyndrom), was mir längeres Sitzen fast unmöglich macht.

 

Mit dem Funktionsverlust des rechten Armes kann man/ich hingegen sehr gut leben. ;-)


Das Schmerzsyndrom

Gegen die Schmerzen habe ich schon fast alles ausprobiert und war schon in div. Kliniken und Schmerz-Zentren, leider bisher ohne erkennbaren Erfolg.

 

Ich nehme mehrere stark wirkende Analgetikas und Opiate in teilweise hohen Dosen (unter anderem bis zu 400 Tropfen Tilidin/Valoron + 2x Targin + bis zu 4x2 OXYGESIC-Akut/Tag) und bekomme bei Bedarf (mitunter auch vom Notarzt, mitten in der Nacht) zusätzlich Morphium-Spritzen (intravenös)

Zur Zeit nehme ich hochdosiertes Hydromorphon, sowohl in der retardierten Variante, als auch als sofort-wirkende Variante, bei Schmerzdurchbrüchen. Zusätzlich nehme ich Dronabinol (THC in Tropfenform)

 

An zusätzlichen Therapien (nur einige Beispiele) habe ich schon vieles durch:

Akupunktur, transkutane elektrische Nervenstimulation (TENS), Massagen, Progressive Muskelentspannung, Nerven-Blockaden (Lokalanästhesie), Hypnose, Ostheopatie, Bio-Feedback, Ganglion-stellatum-Blockade, Elektro-Akupunktur, Schallwellen-Therapie, Test einer spinalen Neurostimulation , u.v.m.

Leider bisher ohne Erfolg.

 

Ich gelte seit nunmehr 30 Jahren offiziell als therapieresistenter, chronischer Schmerzpatient.

 

Deswegen bin ich zu 100 % Erwerbsunfähig und seit 1986 EU-Rentner. 

 

Der Traum von der eigenen Anlage war damit erst mal gestorben. 

 

... aber ..........